"Mein Wesel"
Ausgabe Dezember 2020

Altersarmut ist Mieterarmut

Verbändebündnis fordert gezielte Förderung der Wohneigentumsbildung

In Deutschland ist in den kommenden Jahren mit einem erheblichen Anstieg der Altersarmut zu rechnen. Ein besonderes Armutsrisiko stellt die Wohnkostenbelastung im Alter dar. Bei zwei Dritteln der Mieterhaushalte beträgt die Wohnkostenbelastung mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens, wohingegen nur jeder zehnte Eigentümer-Haushalt eine über 30-prozentige Wohnkostenbelastung aufweist. Die langfristigen Wohnkosten sind bei Eigentümern trotz im Durchschnitt weit größerer Wohnungen deutlich niedriger als bei Mietern. Zugleich verfügen Mieterhaushalte im Durchschnitt über 42 % weniger Geldvermögen als Eigentümerhaushalte, was bei identischem Einkommen auf das unterschiedliche Sparverhalten zurückzuführen ist.

Das sind einige Ergebnisse des Gutachtens „Wohn-Radar zum Eigentum in Deutschland“, welches das „Verbändebündnis Wohneigentum“ beim Pestel-Institut in Auftrag gegeben und vorgestellt hat. Diese Untersuchung zeigt auf, dass Altersarmut primär Mieterarmut ist. Doch ohne politischen Willen und staatliche Unterstützung wird es nicht möglich sein, 7,2 Millionen Mieterhaushalte, die das Potenzial zur Eigentumsbildung haben, in Wohneigentum zu bringen.

Vor dem Hintergrund dieses Ergebnisses fordert das Verbändebündnis Wohneigentum, die Bundesregierung auf, den Eigentumserwerb mit direkten Maßnahmen zu fördern sowie das Angebot an Wohneigentum durch Neubau und Bestandaktivierung zu forcieren.

                                                Quelle: IVD West, Jörg Utecht

                                                              

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